...und warum es manchmal Schweigerecht heisst.
Bei Gefährdung von Entwicklung, Gesundheit und so weiter ist das nämlich nicht immer so ganz einfach, bzw. so ganz absolut.
Ich persönlich würde in dem Moment wohl in den "sokratischen Dialog" treten und die sehr kritischen Fragen aus "neutraler" Sicht stellen (also nicht "der ist ein Betrüger, tu es nicht", sondern "wissen Sie denn, ob es die Firma gibt? Können Sie den Angaben eines PATIENTEN hier ohne weiteres Glauben schenken? usw. usf."
Für mich ist es eher immer so, dass Patienten fragen "Warum ist der/die denn hier?". In so einem Fall könnte man den Spieß ja mal umdrehen: "Warum denken Sie denn, dass ihr Geschäftspartner hier ist (und nicht zum ersten Mal)? Und denken Sie, dass das eine stabile Grundlage ist?"
Im Grunde genommen die eigenen Zweifel des Patienten beantworten lassen. Denn sollte er so fest überzeugt sein, dass er dabei alle Bedenken in den Wind schreibt, dann bekommt man ihn auch nicht mit expliziten Warnungen gebremst, sondern verliert die therapeutische Bindung, weil man ja gegen die Vision steht.
Zuguterletzt sollte man die Aufnahmeverpflichtung gegenüber Herrn X. mal prüfen bzw. mit den vorgesetzten Stellen klären, denn die ist im Grunde nur gegeben, wenn Fremd- oder Selbstgefährdung gegeben sind, dann aber eben mit geschlossener Unterbringung... und sobald diese nicht mehr gegeben sind, bricht so jemand eh ab. Fraglich, ob und wie die Krankenkassen da auch noch Wert drauf legen, oder bereit sind, andere Modelle der "Sozialarbeit" zu unterstützen.
Die Frage mit der Schweigepflicht und der Abwägung der Rechtsgüter ist bei euch sicher noch viel häufiger ein Thema!
Ich werde ihn auf jeden Fall genauer befragen zu seinen Plänen- muss ich ja. Aber ich hab Angst, dass ich irgendwie Stellung beziehe, sei es durch Formulierungen oder Gesichtsausdrücke. Der Junge ist ja nicht ganz blöd, der wird schon merken, was ich von der Sache halte. Und dann stelle ich mir vor, wie er seinem neuen Kumpel erzählt "du, meine Ärztin findet ja ich soll dir nicht glauben weil du schon so oft hier Patient warst".
Was den letzten Abschnit angeht- unser Hauspsychopath hat uns besser in der Hand als du denkst. Jeder was bescheid, was los ist, bis hoch in die Geschäftsführung. Bei jeder Aufnahme besteht ernstzunehmende Selbst- und Fremdgefährdung, aber immer so, dass es nicht für die Forensik reicht. Und Krankenkassen spielen da schon seit Jahren keine Rolle mehr. Wenn die Rechnungen mal bezahlt werden, dann nur privat... von irgendwelchen dubiosen Konten in Osteuropa... wie in einem schlechten Film!
wolfsbarth (Gast) - 27. Mai, 14:22
hmmm....
Bezieh ruhig Stellung. Halt mit "Ich"-Botschaften. Weil, wie du schon geschrieben hast, er sicher mitbekommt, wie du drüber denkst und fühlst. Da kannst du noch so sehr versuchen "neutral" zu bleiben, es schwingt durch. Und solang du es in der Ich-Botschaft hältst kann dir da ja auch keiner was draus drehen. Wie gesagt, mit Fragen zur Entscheidung führen heisst nicht, eine Entscheidung zu erdrängen.
Die Aufnahmesituation kann ich tatsächlich nicht nachvollziehen (da bin ich aber auch gern etwas blauäugig). Wenn ernstzunehmende Gefährdung, dann muss im Grunde auch Forensik rechtfertigbar sein. Ansonsten würde ich mich als Mitpatient/Angehöriger auch etwas im Stich gelassen fühlen, wenn da quasi das "Jagdrevier" warmgehalten wird. Auch hier wieder das caveat, dass ich den Luxus genieße ohne Aufnahmeverpflichtung arbeiten zu können. Aber da wäre mir allein schon aus therapeutischer Sicht dran gelegen genug Struktur oder Aversion reinzukriegen, um Mißbrauch vorzubeugen. (Nicht so einfach, wie ich es mir vorstelle, weiß ich ;) )
Vielleicht auch mit den einweisenden Stellen besprechen...
Thema Schweigepflicht
Bei Gefährdung von Entwicklung, Gesundheit und so weiter ist das nämlich nicht immer so ganz einfach, bzw. so ganz absolut.
Ich persönlich würde in dem Moment wohl in den "sokratischen Dialog" treten und die sehr kritischen Fragen aus "neutraler" Sicht stellen (also nicht "der ist ein Betrüger, tu es nicht", sondern "wissen Sie denn, ob es die Firma gibt? Können Sie den Angaben eines PATIENTEN hier ohne weiteres Glauben schenken? usw. usf."
Für mich ist es eher immer so, dass Patienten fragen "Warum ist der/die denn hier?". In so einem Fall könnte man den Spieß ja mal umdrehen: "Warum denken Sie denn, dass ihr Geschäftspartner hier ist (und nicht zum ersten Mal)? Und denken Sie, dass das eine stabile Grundlage ist?"
Im Grunde genommen die eigenen Zweifel des Patienten beantworten lassen. Denn sollte er so fest überzeugt sein, dass er dabei alle Bedenken in den Wind schreibt, dann bekommt man ihn auch nicht mit expliziten Warnungen gebremst, sondern verliert die therapeutische Bindung, weil man ja gegen die Vision steht.
Zuguterletzt sollte man die Aufnahmeverpflichtung gegenüber Herrn X. mal prüfen bzw. mit den vorgesetzten Stellen klären, denn die ist im Grunde nur gegeben, wenn Fremd- oder Selbstgefährdung gegeben sind, dann aber eben mit geschlossener Unterbringung... und sobald diese nicht mehr gegeben sind, bricht so jemand eh ab. Fraglich, ob und wie die Krankenkassen da auch noch Wert drauf legen, oder bereit sind, andere Modelle der "Sozialarbeit" zu unterstützen.
Ich werde ihn auf jeden Fall genauer befragen zu seinen Plänen- muss ich ja. Aber ich hab Angst, dass ich irgendwie Stellung beziehe, sei es durch Formulierungen oder Gesichtsausdrücke. Der Junge ist ja nicht ganz blöd, der wird schon merken, was ich von der Sache halte. Und dann stelle ich mir vor, wie er seinem neuen Kumpel erzählt "du, meine Ärztin findet ja ich soll dir nicht glauben weil du schon so oft hier Patient warst".
Was den letzten Abschnit angeht- unser Hauspsychopath hat uns besser in der Hand als du denkst. Jeder was bescheid, was los ist, bis hoch in die Geschäftsführung. Bei jeder Aufnahme besteht ernstzunehmende Selbst- und Fremdgefährdung, aber immer so, dass es nicht für die Forensik reicht. Und Krankenkassen spielen da schon seit Jahren keine Rolle mehr. Wenn die Rechnungen mal bezahlt werden, dann nur privat... von irgendwelchen dubiosen Konten in Osteuropa... wie in einem schlechten Film!
hmmm....
Die Aufnahmesituation kann ich tatsächlich nicht nachvollziehen (da bin ich aber auch gern etwas blauäugig). Wenn ernstzunehmende Gefährdung, dann muss im Grunde auch Forensik rechtfertigbar sein. Ansonsten würde ich mich als Mitpatient/Angehöriger auch etwas im Stich gelassen fühlen, wenn da quasi das "Jagdrevier" warmgehalten wird. Auch hier wieder das caveat, dass ich den Luxus genieße ohne Aufnahmeverpflichtung arbeiten zu können. Aber da wäre mir allein schon aus therapeutischer Sicht dran gelegen genug Struktur oder Aversion reinzukriegen, um Mißbrauch vorzubeugen. (Nicht so einfach, wie ich es mir vorstelle, weiß ich ;) )
Vielleicht auch mit den einweisenden Stellen besprechen...