Gewissensbisse
In unserer Klinik gibt es einen Patienten mit einer sog. dissozialen Persönlichkeitsstörung, das sagt man heutzutage anstatt "Psychopath". In diesem Fall würde keiner der hier arbeitet zögern, dieses Wort zu benutzen.
Er war schon in unzählige Betrügereien und Gewaltverbrechen, mehrere Vergewaltigungen und mindestens eine Tötung verwickelt, schafft es aber entweder, sich mit seiner Intelligenz und seinem unfassbaren Charme aus der Schlinge zu ziehen, oder er bedroht alle Beteiligten so lange, bis keiner mehr übrig ist, der sich traut, ihn anzuzeigen oder zu belasten.
Das hinterfotzigste ist, dass er es schon weiter über 100 Mal (!) geschafft hat, sich bei uns einweisen zu lassen, und diese Aufenthalte bei uns nutzt, um sich über unsere Patienten herzumachen, wenn sie am verletzlichsten sind. Er hat eine ganze Reihe von psychisch instabilen Ex-Freundinnen bei uns kennengelernt, die er dann später terrorisiert und misshandelt hat, eine hat sich inzwischen umgebracht. Er sucht sich bei uns auch systematisch Opfer, die er mit irgendwelchen betrügerischen Geschäften ruiniert oder in die organisierte Kriminalität reinzieht.
Heute habe ich erfahren dass einer meiner Patienten in die Falle getappt ist. Ein ganz sensibler, schüchterner Junge mit einer schweren Kindheit, der ein bißchen vom Weg abgekommen ist und einige emotionale Probleme hat, für den ich aber (bis jetzt) ganz große Hoffnungen für die Zukunft habe.
Jetzt erzählt er mir heute ganz begeistert von irgendwelchen Verträgen, die er mit Herrn X. abschliessen wird, er habe sogar eine Stelle in dessen Firma (die es nicht gibt!), wo er bald anfangen wolle zu arbeiten.
Ich bin sowas von wütend!!! Ich muss doch meinen Patienten beschützen! Und ich fühle mich so hilflos.
Einerseits die Schweigepflicht, und dass ich mir selbst eingestehen muss dass sie mir in diesem Fall eigentlich scheißegal ist, weil ich insgeheim finde dass der eine Patient den Schutz mehr verdient hat als der andere sein Recht auf Schweigepflicht.
Andererseits würde ich dem Typen NIEMALS in die Quere kommen, indem ich seine "Geschäftspartner" vor ihm warne, weil ich mir dann meines Lebens nicht mehr sicher sein könnte. Das heisst eigentlich ist eh klar dass ich den armen Jungen in sein Verderben rennen lasse wie die Anderen vor ihm auch.
Wir verhalte ich mich denn jetzt?
Er war schon in unzählige Betrügereien und Gewaltverbrechen, mehrere Vergewaltigungen und mindestens eine Tötung verwickelt, schafft es aber entweder, sich mit seiner Intelligenz und seinem unfassbaren Charme aus der Schlinge zu ziehen, oder er bedroht alle Beteiligten so lange, bis keiner mehr übrig ist, der sich traut, ihn anzuzeigen oder zu belasten.
Das hinterfotzigste ist, dass er es schon weiter über 100 Mal (!) geschafft hat, sich bei uns einweisen zu lassen, und diese Aufenthalte bei uns nutzt, um sich über unsere Patienten herzumachen, wenn sie am verletzlichsten sind. Er hat eine ganze Reihe von psychisch instabilen Ex-Freundinnen bei uns kennengelernt, die er dann später terrorisiert und misshandelt hat, eine hat sich inzwischen umgebracht. Er sucht sich bei uns auch systematisch Opfer, die er mit irgendwelchen betrügerischen Geschäften ruiniert oder in die organisierte Kriminalität reinzieht.
Heute habe ich erfahren dass einer meiner Patienten in die Falle getappt ist. Ein ganz sensibler, schüchterner Junge mit einer schweren Kindheit, der ein bißchen vom Weg abgekommen ist und einige emotionale Probleme hat, für den ich aber (bis jetzt) ganz große Hoffnungen für die Zukunft habe.
Jetzt erzählt er mir heute ganz begeistert von irgendwelchen Verträgen, die er mit Herrn X. abschliessen wird, er habe sogar eine Stelle in dessen Firma (die es nicht gibt!), wo er bald anfangen wolle zu arbeiten.
Ich bin sowas von wütend!!! Ich muss doch meinen Patienten beschützen! Und ich fühle mich so hilflos.
Einerseits die Schweigepflicht, und dass ich mir selbst eingestehen muss dass sie mir in diesem Fall eigentlich scheißegal ist, weil ich insgeheim finde dass der eine Patient den Schutz mehr verdient hat als der andere sein Recht auf Schweigepflicht.
Andererseits würde ich dem Typen NIEMALS in die Quere kommen, indem ich seine "Geschäftspartner" vor ihm warne, weil ich mir dann meines Lebens nicht mehr sicher sein könnte. Das heisst eigentlich ist eh klar dass ich den armen Jungen in sein Verderben rennen lasse wie die Anderen vor ihm auch.
Wir verhalte ich mich denn jetzt?
rotkaeppchen - 26. Mai, 18:39



