Bedenken.
Oh Gott war das ein Horror heute morgen. Ich hatte eine Blutabnahme bei einem jungen Kerl, groß, breit, ein richtiger Schrank. Schwarz gekleidet, langhaarig, mit Bart und bizarr anmutendem Schmuck.
Er habe das nicht so gern mit dem Blutabnehmen und sah etwas blass aus um die Nase. Kein Problem, soll er sich erst mal aufs Bett legen und entspannen. Sobald er liegt, fängt er an, laut zu schnaufen, den gesamten Körper anzuspannen und macht rudernde, zuckende Bewegungen mit Armen und Beinen. Ist dabei aber noch problemlos ansprechbar. Er komme nicht so gut klar aufs Blutabnehmen. Aaah ja. Ok. In dem Zustand kann ich nicht mal den Stauschlauch anlegen. Mit ihm 10 Minuten lang eine kleine Entspannungsübung nach Jacobson gemacht. Das Zucken lässt so weit nach, dass ich stauen und desinfizieren kann. Als ich steche, macht er natürlich einen Satz von einem halben Meter und die Nadel ist daneben. Ich fange an die Vene zu suchen, inzwischen bin ich selber schon leicht zittrig, während er anfängt irgendwas in einer fremden Sprache vor sich hin zu leiern, was wie ein Gebet klingt. Ok. Das war nix. Rausgezogen. Er warnt mich vor, es könnte sein, dass er mich auf Japanisch beschimpft, das sei dann nicht persönlich gemeint. Ähm, ok. Nächster Versuch. Wieder Entspannung ruhig atmen blablabla. Nicht mehr so effektiv wie letztes Mal, klar. Immerhin könnte ich selbst schon eine Bedarfsmedikation vertragen, so nervös wie ich inzwischen bin. Beim zweiten Stich verkrampft er sich wieder am ganzen Körper, fängt an zu zucken und zu schreien. Ich hab echt nur noch fluchtartig das Zimmer verlassen, mich versteckt und mich geweigert, noch mal aus dem Stationszimmer zu kommen, so lange er nicht von Station verschwunden ist.
Was nicht so lange gedauert hat. Es war nämlich die Einstellungsuntersuchung für einen neuen Mitarbeiter.
Er habe das nicht so gern mit dem Blutabnehmen und sah etwas blass aus um die Nase. Kein Problem, soll er sich erst mal aufs Bett legen und entspannen. Sobald er liegt, fängt er an, laut zu schnaufen, den gesamten Körper anzuspannen und macht rudernde, zuckende Bewegungen mit Armen und Beinen. Ist dabei aber noch problemlos ansprechbar. Er komme nicht so gut klar aufs Blutabnehmen. Aaah ja. Ok. In dem Zustand kann ich nicht mal den Stauschlauch anlegen. Mit ihm 10 Minuten lang eine kleine Entspannungsübung nach Jacobson gemacht. Das Zucken lässt so weit nach, dass ich stauen und desinfizieren kann. Als ich steche, macht er natürlich einen Satz von einem halben Meter und die Nadel ist daneben. Ich fange an die Vene zu suchen, inzwischen bin ich selber schon leicht zittrig, während er anfängt irgendwas in einer fremden Sprache vor sich hin zu leiern, was wie ein Gebet klingt. Ok. Das war nix. Rausgezogen. Er warnt mich vor, es könnte sein, dass er mich auf Japanisch beschimpft, das sei dann nicht persönlich gemeint. Ähm, ok. Nächster Versuch. Wieder Entspannung ruhig atmen blablabla. Nicht mehr so effektiv wie letztes Mal, klar. Immerhin könnte ich selbst schon eine Bedarfsmedikation vertragen, so nervös wie ich inzwischen bin. Beim zweiten Stich verkrampft er sich wieder am ganzen Körper, fängt an zu zucken und zu schreien. Ich hab echt nur noch fluchtartig das Zimmer verlassen, mich versteckt und mich geweigert, noch mal aus dem Stationszimmer zu kommen, so lange er nicht von Station verschwunden ist.
Was nicht so lange gedauert hat. Es war nämlich die Einstellungsuntersuchung für einen neuen Mitarbeiter.
rotkaeppchen - 16. Dez, 19:56
fritzi_pfuscht - 16. Dez, 20:09
Is ja schon mal gut, dass er keine Hemmungen hat, seine Angst offen zu zeigen *g*
antworten
rotkaeppchen - 16. Dez, 20:25
Offenheit und Authentizität sind ja wichtig im Beruf.
Schaeferklaus - 17. Dez, 12:06
na da bin ich noch harmlos gegen...lach... ich fall dann immer gleich in die Ohnmahct , nachdem ich die trägerin der Nadel mit meinem Dackelblick ängstlich angeschaut hab...
Bin ja mal gespannt ob das wirklich ein Kollege war...
Bin ja mal gespannt ob das wirklich ein Kollege war...
rotkaeppchen - 17. Dez, 23:20
Es ist SCHLIMM mit dir, du Liebling aller Frauen im mittleren Alter! Ich wette die Arzthelferinnen schlagen sich darum, wer dem süßen Herrn Schaefer Blut abnehmen darf.
schlauschiesser - 17. Dez, 17:23
Als jemand, der selber unter Gepiektwerdenphobie leidet, kann ich mit dem Herrn fühlen.
Es gibt auch immer großes Hallo, wenn ich im Blutspendezentrum auftauche.
Es gibt auch immer großes Hallo, wenn ich im Blutspendezentrum auftauche.
rotkaeppchen - 17. Dez, 23:29
Ich habe viele Angstpatienten kennengelernt und nehme mich da selbst nicht aus. Aber selbst in Momenten allerallergrößter Panik versucht ein an Angstgestörter eigentlich, seine Lage irgendwie zu verbessern, und nimmt normalerweise Hilfen an, so gut er kann.
Das Problem bei Persönlichkeitsstörungen ist, dass du den Leuten überhaupt nicht helfen kannst, weil ihr Symptom gerade eine wichtige Funktion für sie erfüllt, die sie aber wahrscheinlich selbst nicht kennen, und die du nicht mal erahnen kannst. Je mehr du so jemandem versuchst, seine Angst wegzunehmen, desto hysterischer wird er sich reinsteigern.
Es macht einen wahnsinnig, erzeugt Frustration und Ablehnung gegen den Patienten, weswegen ich auch so einen gemeinen Eintrag über den Typen schreibe, obwohl die arme Wurst genausowenig was dafür kann wie ein reiner Angstpatient. :-(
Das Problem bei Persönlichkeitsstörungen ist, dass du den Leuten überhaupt nicht helfen kannst, weil ihr Symptom gerade eine wichtige Funktion für sie erfüllt, die sie aber wahrscheinlich selbst nicht kennen, und die du nicht mal erahnen kannst. Je mehr du so jemandem versuchst, seine Angst wegzunehmen, desto hysterischer wird er sich reinsteigern.
Es macht einen wahnsinnig, erzeugt Frustration und Ablehnung gegen den Patienten, weswegen ich auch so einen gemeinen Eintrag über den Typen schreibe, obwohl die arme Wurst genausowenig was dafür kann wie ein reiner Angstpatient. :-(



