Freitag, 25. April 2008

39

In meiner Bewerbung stand drin, dass ich meine Doktorarbeit "voraussichtlich im April einreichen" werde. Das ist so weit auch richtig, wenn man "einreichen" durch "anfangen zu schreiben" ersetzt.

Jetzt haben die Schweine mir völlig unerwartet schon ab 15.5. den Job gegeben, und, WOW, kann man unter Druck gut arbeiten. Habe direkt nach der Zusage angefangen zu schreiben, und stelle eben fest, dass ich schon 39 Seiten zusammen habe! Hammer! Ich habe eine medizinische Doktorarbeit hier auf dem Tisch liegen, die hat insgesamt, inklusive Literaturverzeichnis und allem, 46 Seiten!

Zum ersten Mal glaube ich wirklich, dass ich es am Ende vielleicht doch schaffen könnte.

Die von euch, die es, oder etwas ähnliches, schon hinter sich haben: welchen Teil fandet ihr schwieriger, Methoden und Ergebnisse oder Einleitung und Diskussion?
vienna-beads - 25. Apr, 08:02

Ich fand ziemlich alle Teile gleich schwierig und hab dadurch auch Jahre für meine Diss (Psychologie) gebraucht. Aber die Einleitung ist mir wohl am schwersten gefallen. Da hab ich an jedem Wort unzählige Male gefeilt. Mit den Seiten bin ich dann aber lockerer geworden und es war mir dann ziemlich egal ob es vielleicht besser formuliert gehen würde.
Es ist also wirklich zu schaffen! Du kriegst das sicher hin! Und ordentlich Druck hilft - zumindest bei mir - immer!
Alles Gute!

rotkaeppchen - 25. Apr, 13:34

Danke schön! Oh ja, das kann mir auch passieren, dass ich bei der Einleitung an jedem Wort herumfeile, bis alles PERFEKT ist.
U.a. deswegen habe ich mit Methoden & Ergebnisse angefangen. Über der ganzen Statistik habe ich jetzt aber doch ziemlich geschwitzt und bin ganz froh, wenn ich bald nur noch Prosa schreiben muss. Hoffentlich wird das nicht noch schwerer!
schlauschiesser - 25. Apr, 15:15

Darf ich nach dem Thema der Arbeit fragen oder soll der eher geheim bleiben?

rotkaeppchen - 25. Apr, 18:45

Das möchte ich im Namen der Anonymität lieber geheim halten. :) Ist aber was empirisches, methodisch nicht sehr anspruchsvoll, statistisch um so mehr.
licht - 30. Apr, 23:07

Alles gleich wichtig bzw. unwichtig und somit keine Schwierigkeiten-Präferenz. Da Du aber an Doktorarbeiten generell interessiert zu sein scheinst, hier noch eine kleine Anekdote meines Doktorvaters:

Es war einmal ein zu wißbegieriger bzw. sehr realistisch denkender Doktorand, der in eines der Pflichtexmplare - es war das, das in der Bibliothek ausgelegt wurde - einen 50 Mark-Schein zwischen die Seiten legte. Nach einem Jahr kam er zurück, schlug die "markierten" Seiten auf und... nun ja, man kann es sich denken.

Wünsche Dir noch viel Spaß beim Schreiben und hoffe Du wünschst mir dasselbe, diesmal allerdings nicht für eine D-Arbeit sondern für ein Protokoll (40 Seiten, Abgabe 05.05., nocht nicht begonnen, fucking Prokrastination).

rotkaeppchen - 2. Mai, 23:37

Wie soll man auch auf die Idee kommen, dass jemand den Schinken liest? Der Typ mit den "Penisverletzungen bei Masturbation mit Staubsaugern" hat bestimmt auch ganz schön doof geguckt. :-)
Treibgut - 2. Mai, 23:19

Jaja

... vor 100 Jahren waren die Doktorarbeiten echt kurz.

Ich glaube, meine Diplomarbeit war schon über 200 S. lang, voll Laborarbeit und Statistik (nicht in Medizin) und hat ewig gedauert ... und danach hatte ich von dem fruchtlosen Unsinn und der brotlosen Kunst die Nase voll.

Aber Medizin ist sowieso anders und die Doktorabeit gehört einfach dazu.

rotkaeppchen - 2. Mai, 23:35

Die hier auf dem Tisch liegt ist von 2004. :-) Viel länger sind die nicht, 150 Seiten wäre schon richtig viel.
Aber, fairerweise, derart frei von Sinn, Verstand, Zeit, Ausbildung oder Betreuung wie wir Mediziner muss man wahrscheinlich in keinem anderen Fach promovieren. Es geht ja auch zunehmend ganz in die Hose mit dem Doktortitel. Woran es liegt, weiß ich nicht, aber ich habe neulich noch gelesen, von den Ärzten in den ersten 5 Berufsjahren ist gerade mal die Hälfte promoviert.

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